DIALYSE

Überblick

Gesunde Nieren entfernen die für den Körper giftigen Stoffwechselprodukte aus dem Blut, damit sie mit dem Urin ausgeschieden werden können. Können die Nieren diese Leistung nicht mehr ausreichend erbringen, spricht man von Nierenversagen und es besteht die Notwendigkeit einer Dialyse. Ein Nierenversagen - akut oder chronisch - kann der Mensch nur überleben, wenn sein Körper mittels Dialyse von Giftstoffen, Salzen und Stoffwechselabfallprodukten befreit wird. Dieses kann per Hämo- oder Peritonealdialyse erfolgen.

Was versteht man eigentlich unter Dialyse?

Die Dialyse ist eine künstliche Blutwäsche. Sie übernimmt im Fall einer Funktionseinschränkung oder vollständigem Funktionsverlust der Nieren die reinigende Aufgabe dieser Organe. Das Blut wird dazu über ein Schlauchsystem aus dem Körper gepumpt und durch eine spezielle Membran gedrückt. Dabei macht man sich das Prinzip der Osmose zunutze: Das Blut besitzt eine andere Konzentration an harnpflichtigen Substanzen und Blutsalzen als die Dialysatorflüssigkeit. Bei entsprechender Konzentration der Letzteren wandern diese auszuscheidenden Substanzen aus dem Blut durch die Membran hinüber. Das gereinigte Blut fließt dann in den Körper zurück und kann über die Dialysatorflüssigkeit noch mit bestimmten Stoffen nach dem gleichen Prinzip angereichert werden.

Wann ist eine Dialyse notwendig?

Eine Blutwäsche ist medizinisch indiziert:

  • vorübergehend bei akutem Nierenversagen oder Vergiftungen
  • dauerhaft bei chronischem Nierenversagen in fortgeschrittenem Stadium

Prognose von Dialysepatienten

Grundsätzlich gilt: "Je länger (Stunden pro Woche) und häufiger die Patienten dialysiert werden, umso schonender ist die Dialyse und geringer sind die Spätschäden und umso mehr erhöht sich die Lebensqualität des Patienten."

Dennoch kann eine Dialyse die normale Nierenfunktion nicht komplett ersetzen. Langfristig können Begleiterscheinungen wie Gefäßverkalkungen, Herzerkrankungen, Knochen- und Gelenkschäden entstehen. Diese Erkrankungen lassen sich durch eine optimale Dialyse-Behandlung sowie durch zusätzliche, sorgfältige Therapie von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Anämie jedoch deutlich vermindern oder ihr Auftreten verzögern.

Dialyse funktioniert nach dem Prinzip der Osmose

Dialyse funktioniert nach dem Prinzip der Osmose Dialyse funktioniert nach dem Prinzip der Osmose. Stellen Sie sich einen Plastikbeutel mit feinen Poren (semipermeable Wand) vor. In diesen Sack wird eine Flüssigkeit - z.B. Blut - gefüllt, die Giftstoffe in Form von osmotisch wirksamen Teilchen enthält. Anschließend wird der Beutel in eine Schale mit wässriger Lösung gelegt. Die Giftstoffe ziehen in Richtung der wässrigen Lösung, sie verlassen den Beutel durch die Poren und wandern in die Schale (Osmose). Die Wanderrichtung ist dabei immer die gleiche: von der höher zur niedriger konzentrierten Lösung. Die kleinen Giftstoffe wandern dabei leichter und schneller durch die Poren als die großen Partikel. Die Wanderung findet so lange statt, bis der Gehalt an Giftstoffen in Blut und wässriger Lösung gleich ist. Dadurch wird die Flüssigkeit im Beutel entsprechend dem Konzentrationsunterschied gereinigt. Dieses Verhalten von zwei Flüssigkeiten unterschiedlicher Konzentration macht man sich für die Dialyse zu Nutze. Das Blut besitzt eine andere Konzentration an harnpflichtigen Substanzen und Blutsalzen als die wässrige Lösung (z.B. Dialyse-Flüssigkeit).

Wichtig zu wissen ist dabei:

  • eine Dialyse braucht Zeit und Geduld, denn die Giftstoffe wandern nach und nach (und nicht auf einmal) durch die semipermeable Wand.
  • je kleiner die Giftstoffe sind, desto leichter schlüpfen sie durch die Poren und werden entfernt.
  • Zellen und die meisten Proteine sind zu groß, um entfernt zu werden, sie können die Poren nicht passieren
  • einige für den Körper wichtige Stoffe können die Poren ebenfalls passieren; dazu gehören z. B. Vitamine, diese müssen dem Körper daher nach der Dialyse oftmals in Form von Tabletten wieder zugeführt werden
  • eine Dialyse ist keine einmalige Angelegenheit, sondern muss regelmäßig durchgeführt werden, da sich ständig neue Giftstoffe im Körper sammeln

Zwei verschiedene Dialyseverfahren

In Deutschland gibt es zwei Dialyseverfahren: Die Hämodialyse und die Peritonealdialyse. Die Hämodialyse erfolgt über eine Membran, die sich außerhalb des Körpers befindet. Die Peritonealdialyse ist eine dauerhafte Therapie und findet innerhalb des Körpers über das Bauchfell statt.

Lesen Sie hier mehr zur Hämodialyse.