DIE NIERE
Harnproduktion
Täglich fließen etwa 1.500 l Blut durch die Nieren, d.h. das gesamte Blut des Körpers (5 bis 7 Liter) strömt mehrfach pro Tag durch diese Organe. Über die Nierenarterie gelangt das Blut zu den Glomeruli. Hier werden vor allem Proteine und Zellen von der Flüssigkeit getrennt und der sogenannte Primärharn entsteht. Dieser enthält jedoch neben Abfällen auch noch für den Körper wichtige, verwendbare Substanzen wie Glukose und Salze. Damit diese nicht ausgeschieden werden und dem Körper verloren gehen, müssen sie zurückgewonnen werden. Ist jedoch der Blutzucker, d.h. der Gehalt an Glukose im Blut zu hoch, muss die überschüssige Menge ausgeschieden werden. In diesem Fall geben die Glomeruli mehr Zucker in den Primärharn ab, als von den Tubuli wieder "recycelt" werden kann. Der Überschuss gelangt so mit dem Harn ins Nierenbecken und von dort über die Harnleiter zur Blase.
Würde der gesamte Primärharn, ca. 180 Liter pro Tag, ausgeschieden werden, würde der Körper viel zu viel Flüssigkeit verlieren. Deshalb wird der größte Teil des Primärharns (Wasser und die darin gelösten wertvollen Stoffe) wieder in das Blut aufgenommen. Dies geschieht ebenfalls in Strukturen, die zu den Nierenkörperchen gehören, nämlich in den Tubuli. Der verbleibende Teil wird als Endharn (Urin) bezeichnet. Er enthält alles, was für den Körper nicht mehr verwendbar bzw. giftig ist. Die Niere produziert in etwa 1,5 Liter Endharn pro Tag, der dann auch ausgeschieden wird.
In der Diagnostik wird der Menge des Primärharns eine hohe Bedeutung beigemessen. Als sogenannte Glomuläre Filtrationsrate (GFR) ist sie für die Abschätzung der Nierenfunktion die wichtigste Größe. Sie sinkt bei jedem Menschen mit zunehmendem Lebensalter. Unterschreitet die GFR einen bestimmten Grenzwert - dies ist besonders bei verschiedenen Nierenerkrankungen der Fall - so spricht man von einer pathologischen (krankhaft erniedrigten) GFR. Näherungsweise bestimmt werden kann die GFR durch die Ermittlung der Kreatinin-Clearance.
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