Diabetes
Diagnose Diabetes
Symptome
| Häufigkeit klinischer Symptome beim Diabetes | |
| starker Durst | 67-91% |
| Mattigkeit, Abgeschlagenheit | 64-80% |
| vermehrtes Wasserlassen | 40-75% |
| Juckreiz | 20-50% |
| Heißhunger | 25% |
| Sehstörungen | 25% |
| Infektanfälligkeit | 10-15% |
Die Krankheitssymptome zwischen Typ-I- und Typ-II-Diabetes unterscheiden sich.
Der Typ-II-Diabetes verläuft zu Beginn häufig völlig beschwerdefrei, so dass er oftmals nur "zufällig" bei Routineuntersuchungen diagnostiziert wird. 30-50% der Patienten mit Typ-II-Diabetes haben so geringe Beschwerden, dass sie keine Veranlassung sehen, einen Arzt aufzusuchen. Auch bei einem Diabetes vom Typ I vergehen oft Monate vom Beginn der Erkrankung bis zum Auftreten der ersten Symptome, da etwa 80% der Inselzellen zerstört sein müssen, bevor der Insulinmangel vom Körper nicht mehr kompensiert werden kann. Allerdings sind die dann auftretenden Erstsymptome in der Regel deutlich ausgeprägt. So kommt es oft bereits bei der Erstmanifestation aufgrund des absoluten Insulinmangels zu einer unvollständigen Fettverbrennung mit nachfolgender Übersäuerung des Blutes und so genannter ketoazidotischer Stoffwechsellage bis hin zum hyperglykämischen Koma (Coma diabeticum).
Akut lebensbedrohliche Situationen sind sowohl das Coma diabeticum, das durch extrem hohe Blutzuckerwerte entsteht, als auch der hypoglykämische Schock, bei dem die Blutzuckerwerte zu stark abgesenkt sind.
Was gehört zur richtigen Diagnose und regelmäßigen Kontrolle?
- Kontrolle des Blutzuckers
Der Blutzucker liegt normalerweise nüchtern unter 110 mg/dl und steigt nach dem Essen auf maximal 140 mg/dl an. Oberhalb eines Nüchternblutzuckers von 126 mg/dl wird von einer diabetischen Stoffwechsellage gesprochen. Ab einem Blutzucker von 160-180 mg/dl wird die so genannte Nierenschwelle für Glukose überschritten. Nach der WHO-Empfehlung von 1981 liegt ein manifester Diabetes mellitus vor, wenn der Nüchternblutzucker über 120 mg/dl und der so genannte postprandiale (nach der Mahlzeit) Blutzucker über 180 mg/dl liegen. - Kontrolle von Zucker und Ketonen im Urin
Der Körper beginnt nach Überschreiten der Nierenschwelle, die überschüssige Glukose über den Urin auszuscheiden. Dieser ausgeschiedene Zucker kann mit Hilfe von Teststreifen, die sensibel auf Glukose reagieren, nachgewiesen werden. Da das Hormon Insulin auch Bedeutung für den Fettstoffwechsel hat, können zusätzlich Ketonkörper nachgewiesen werden. Es handelt sich um Abbauprodukte, die bei einem gestörten Kohlenhydratstoffwechsel der Leber entstehen und auf eine beginnende allgemeine Stoffwechselentgleisung hinweisen (Ketonurie). - Oraler Glukosetoleranztest
Werden bei der ersten Kontrolle Blutzuckerwerte im Grenzbereich festgestellt, ist zur weiterführenden Diagnostik ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) zu empfehlen. Bei einem oGTT erhält der Patient morgens nüchtern nach der ersten Blutentnahme 75 g Glucose in 300 ml Wasser gelöst. Diese Lösung muss er innerhalb von 10 Minuten langsam trinken. 60 bzw. 120 Minuten nachdem der Patient mit dem Trinken begonnen hat, folgen weitere Blutentnahmen. Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn die Werte für den Nüchternblutzucker über 120 mg/dl und den 2-Stunden-Blutzucker über 200 mg/dl im kapillaren Vollblut (Blut aus der Fingerkuppe) betragen. Von einer so genannten Glukosetoleranz mit Krankheitswert (pathologische Glukosetoleranz) wird gesprochen, wenn der Nüchternblutzucker unter 120 mg/dl und der 2-Stunden-Blutzucker zwischen 140 und < 200 mg/dl liegen. Sind dagegen der Nüchternblutzuckerwert unter 120 mg/dl und der 2-Stunden-Blutzuckerwert unter 140 mg/dl, besteht kein Nachweis für eine Glukoseverwertungsstörung. - Bestimmung des HBA1c-Wertes
Nach Diagnose eines Diabetes mellitus muss der Blutzucker fortan regelmäßig gemessen werden. Für die Kontrolle der Effektivität einer eingeleiteten Therapie eignet sich daneben der so genannte HbA1c-Wert. Dieser gibt den Prozentanteil des mit Glukose verbundenen roten Blutfarbstoffes an, der normalerweise bei 4-6% liegt und direkt vom Blutzucker abhängt. Mit dem HbA1c-Wert lässt sich eine Aussage über die Blutzuckereinstellung der letzten acht bis zehn Wochen treffen. Für eine optimal verlaufende Therapie sollte der HbA1c immer unter 7% liegen.
Letzte Aktualisierung am Montag, 31. Juli 2006
