Diabetes

Typ-I-Diabetes

Insulin Dependent Diabetes Mellitus (IDDM)

Der Typ-I-Diabetes (früher: juveniler Diabetes) beginnt meist in der Jugend und entsteht durch eine immunologische Zerstörung der Inselzellen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Diese Inselzellen produzieren das Hormon Insulin, das für die Verwertung der Glukose aus der Nahrung verantwortlich ist. Durch die Zerstörung der Inselzellen kommt es zu einem absoluten Insulinmangel. Die Glukose aus der Nahrung kann nicht mehr abgebaut werden und der Blutzuckerspiegel steigt. Die Behandlung des Typ-I-Diabetes geschieht durch die Verabreichung von Insulin.
  • Ursachen des Typ-I-Diabetes
    Da der Typ-I-Diabetes in der Regel in einem jugendlichen Alter beginnt, wurde er früher auch als juveniler (jugendlicher) Diabetes bezeichnet. Heute wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine Art Autoimmunerkrankung handelt, die durch bestimmte Erbfaktoren und durchgemachte Virusinfektionen begünstigt wird. Bis auf wenige Ausnahmen tragen alle Typ-I-Diabetes-Patienten spezielle Antigene auf ihren weißen Blutkörperchen (HLA DR 3 und DR 4). Deshalb wird eine genetische Veranlagung (Prädisposition) für die Erkrankung angenommen. Die vererbbaren Merkmale befinden sich auf dem kurzen Arm des Chromosoms Nr. 6. Allerdings gibt es viele Menschen, die diese Erbinformationen tragen und dennoch nicht an einem Diabetes erkranken. Es wird deshalb angenommen, dass zusätzlich zu den Erbanlagen auch bestimmte Virusinfektionen zum Ausbruch der Krankheit beitragen. Als auslösende Viren kommen vor allem Masern-, Mumps- und Grippeviren in Betracht. Ein solcher Virusinfekt kann bei bestimmten Personen eine so genannte Autoimmunreaktion auslösen. Es werden Antikörper gegen körpereigenes Gewebe, in diesem Fall gegen die Inselzellen des Pankreas, gebildet. Diese Inselzellantikörper (ICA) führen schließlich zu einer vollständigen Zerstörung der insulinbildenden Zellen. Erst nachdem etwa 80% dieser Zellen zerstört sind, tritt die Erkrankung in Erscheinung. Zwischen dem Beginn der Erkrankung und dem Auftreten der ersten Symptome des Diabetes können Wochen, Monate oder auch Jahre vergehen. Häufig kommt es, nachdem der Patient die ersten Symptome verspürt hat, zu einer vermeintlichen Besserung des Zustandes. Der Patient befindet sich dann in der so genannten Remissionsphase, die allerdings nur einen kurzen Stillstand der Krankheit bedeutet. Tatsächlich schreitet der Krankheitsprozess fort, bis schließlich alle Inselzellen zerstört sind und kein Eigeninsulin mehr gebildet wird. Beim Typ-I-Diabetes liegt also von Anfang an ein echter (absoluter) Insulinmangel vor. Daher ist die Insulingabe die einzige Therapie, die zu einer Besserung der Symptome führt.

  • Häufigkeit der Vererbung des Typ-I-Diabetes
    Der Typ-I-Diabetes mellitus wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 3-5% von der Mutter oder dem Vater auf die nachfolgende Generation vererbt. Sind beide Eltern Typ-I-Diabetiker, steigt das Risiko auf etwa 10-25%. Geschwister von diabetischen Kindern haben ein eigenes Erkrankungsrisiko von mindestens 10%.

  • Prognose des Typ-I-Diabetes
    Die Prognose des Diabetes ist differenziert zu betrachten. Eine wirkliche Heilung des Typ-I-Diabetes ist bis heute nicht möglich. Die Erkrankung kann nur symptomatisch behandelt werden. Es gibt den Versuch, die notwendige Gabe von Insulin deutlich hinauszuzögern oder gar zu verhindern. Dazu wird eine immunsuppressive Therapie verabreicht, solange die Inselzellen noch Eigeninsulin produzieren. Solche Therapieansätze befinden sich allerdings noch im experimentellen Stadium. Auch die Transplantation von Inselzellen bzw. der gesamten Bauchspeicheldrüse ist bisher noch nicht sehr erfolgreich.



Letzte Aktualisierung am Dienstag, 27. Juni 2006