Dialysearten

Hämodialyse

Bei der Hämodialyse, auch Hämofiltration genannt, wird das Blut mit Hilfe einer künstlichen Niere, die eine Filtermembran enthält, von schädlichen Stoffen befreit.

Wie funktioniert ein Dialysegerät?

Für die Hämodialyse verwendet der behandelnde Arzt einen sogenannten Dialysator. Dies ist eine Art Plastikrohr, das wiederum viele tausend kleine Röhrchen enthält. Diese haben eine Stärke von etwa nur 0,001 cm. Diese feinen Röhrchen bestehen aus porösem Material, welches die Membran darstellt. Durch diese Röhrchen läuft das Blut, und außen herum befindet sich die wässrige Spüllösung. Diese Spüllösung wird Dialysat genannt. Auch das Dialysat wird, wie das Blut, fortwährend durch den Dialysator gepumpt. Die Giftstoffe wandern wie beschrieben durch die Membran aus dem Blut in das Dialysat. Dem Blut können während der Dialyse aber nicht nur schädliche Stoffe entzogen werden, sondern auch erwünschte Stoffe hinzugefügt werden. Das Dialysat selbst besteht aus reinem Wasser und Salzen und ist keimfrei bzw. keimarm.

Ablauf einer Hämodialysebehandlung

Dialyseprinzip der Hämodialyse Die natürlichen Blutgefäße des Menschen sind für eine dauerhafte Hämofiltration nicht geeignet. Die Venen liegen zwar direkt unter der Haut und sind gut zu punktieren. Allerdings sind dort der Druck und damit der Blutfluss zu gering. Die Arterien liegen zumeist in der Tiefe verborgen und sind deshalb schwieriger zu finden. Außerdem ist eine Punktion der Arterien sehr schmerzhaft. Deshalb wird bei Patienten, deren Niereninsuffizienz fortgeschritten ist und die eine dauerhafte Hämodialyse benötigen, operativ ein spezieller Gefäßzugang geschaffen. Es wird ein sog. Shunt (engl.: Nebenschluss, Parallelleitung) angelegt.

Ein Shunt ist eine chirurgisch herbei geführte künstliche Verbindung zwischen einer Arterie (A. radialis) und einer Vene (V. cephalica) im Bereich des Unterarms. Diese Verbindung, auch Ciminofistel genannt, erleichtert das häufige Anschließen an die Dialyse-Maschine. Durch Schlauchsysteme gelangt das Blut in das Dialysegerät. Harnpflichtige Stoffe und überschüssiges Körperwasser werden dem Blut entnommen und die Blutsalze (Elektrolyte) ausgeglichen. Anschließend gelangt das Blut über den Shunt wieder in den Körper.

Welche Regeln hat ein Dialysepatient zu beachten?

Eine Hämodialyse findet nicht kontinuierlich statt, daher sammeln sich in den dazwischen liegenden Zeiträumen bei den Niereninsuffizienten regelmäßig Wasser und Giftstoffe im Blut an. Denn viele Stoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden, können nicht auf normalem Wege ausgeschieden werden. Um die Konzentration dieser Stoffe möglichst gering zu halten, sollte ein Hämodialyse-Patient in puncto Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme einige Punkte beachten:
  • Er muss seine Flüssigkeitsaufnahme einschränken, denn bei fast jedem Dialyse-Patienten lässt mit der Zeit die Urinproduktion nach. Es besteht dann das Risiko der Überwässerung. Bei fehlender Restausscheidung darf ein Dialysepatient höchstens einen Liter Flüssigkeit pro Tag aufnehmen - das entspricht einer Gewichtszunahme von ca. einem halben Kilogramm pro Tag.
  • Er darf kaliumhaltige Lebensmittel nur in Maßen genießen. Bei einer Anhäufung von Kalium im Körper kommt es zu schweren, teils lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Besonders viel Kalium ist in folgenden Lebensmitteln enthalten: Obst, Obstsäfte, vergorener Obstsaft wie Wein, Sekt oder Most, Schokolade, Nüsse, Marzipan, Suppen sowie im Kochwasser von Gemüse.
  • Er sollte sich kalorienreich ernähren.
  • Er muss die Phosphatkonzentration im Blut diätetisch und medikamentös reduzieren.
  • Er sollte den Verlust an wasserlöslichen Vitaminen medikamentös ausgleichen.
Wichtig zu erwähnen ist, dass die Anforderungen an die Ernährung jedoch nicht für jeden Dialysepatienten gleich sind. Sie hängen davon ab, welche Teilfunktionen die Nieren noch erbringen können und ob die Nierenersatztherapie mit der Hämo- oder Peritonealdialyse durchgeführt wird. Weitere Informationen finden Sie auch in unserer Rubrik Ernährung und in der Broschüre "Bewusst und lecker ernähren".

Wo wird eine Hämodialyse durchgeführt?

Die Hämodialyse findet zumeist in Dialysezentren statt. Patienten werden von geschultem Pflegepersonal und speziell ausgebildeten Ärzten betreut. Der Patient hat einen festen zeitaufwendigen Behandlungsplan - meist muss er dreimal pro Woche für jeweils vier bis fünf Stunden ins Behandlungszentrum kommen. Nach einem speziellen Training können die Patienten die Hämodialyse auch zu Hause durchführen. Voraussetzung für die Heimdialyse ist, dass ein Arzt kontinuierlich erreichbar ist. Es sollte zudem eine weitere Person während der Dialyse anwesend sein, die im Umgang mit der Dialyse gut geschult ist.


Letzte Aktualisierung am Sonntag, 06. August 2006