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29.09.2008
Dialyse: Depression wichtiger Risikofaktor für ungünstige Prognose
(NAM) Depressive Dialysepatienten müssen häufiger im Krankenhaus behandelt werden und sterben früher – so lautet das Fazit einer aktuellen US-amerikanischen Studie. Experten fordern, den Einfluss einer Depression auf den Krankheitsverlauf bei chronischem Nierenversagen nicht länger zu ignorieren.
Wissenschaftler des University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas hatten 98 Dialysepatienten untersucht und bei über einem Viertel von ihnen eine manifeste Depression von Krankheitswert diagnostiziert. Die Mediziner nutzten dazu einen Interviewleitfaden, der auch von Nicht-Psychiatern verwendet werden kann. Die Patienten waren im Mittel 57 Jahre alt und seit über vier Jahren dialysepflichtig.
26 der chronisch Nierenkranken benannten im Interview eindeutig Symptome einer Depression. Innerhalb von einem Jahr mussten 21 von ihnen (81%) stationär behandelt werden oder verstarben. Bei den 72 Studienteilnehmern ohne Depression betraf dies dagegen „nur“ 31 Patienten (43%). Nach genauer statistischer Auswertung unter Berücksichtigung von verfälschenden Parametern ergab sich für Dialysepatienten mit Depression ein doppelt so hohes Risiko für einen fatalen Krankheitsverlauf.
„Diese Untersuchung zeigt, dass eine Depression ein ebenso wichtiger Risikofaktor für eine ungünstige Prognose darstellt wie das Vorhandensein anderer Begleiterkrankungen, z.B. Diabetes oder Bluthochdruck“, erklärte Studienleiterin Susan Hedayati. Manche Nierenspezialisten würden viel Zeit mit der Kontrolle von Laborwerten verbringen – einige Ärzte könnten möglichen psychiatrischen Störung der Betroffenen jedoch mehr Aufmerksamkeit schenken, empfahl sie. Ob eine antidepressive Behandlung den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst, soll nun in einer neuen Studie geklärt werden. JG
Quelle: Kidney Int (2008); 74: 930-6
Abstract: http://www.nature.com
(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
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Letzte Aktualisierung am Dienstag, 30. September 2008
