Niere.org
News
06.10.2008
Kartoffeln: Kochen reduziert Kaliumgehalt effektiv
(NAM) Dialysepatienten müssen in der Regel auf eine möglichst geringe Kaliumzufuhr achten. Der Mineralstoff ist jedoch in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten, die eigentlich wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung sind. US-amerikanische Wissenschaftler haben jetzt untersucht, wie der Kaliumgehalt von Kartoffeln durch die Zubereitung reduziert werden kann.
Kalium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der dem Körper von außen – also durch die Nahrung – zugeführt werden muss. Er spielt eine entscheidende Rolle bei dynamischen Prozessen an der Zellmembran von Muskel- und Nervenzellen. Eine zu hohe Kaliumkonzentration im Blut (Hyperkaliämie) kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Leider ist die Hämodialyse, im Gegensatz zur menschlichen Niere, schlecht geeignet, überschüssiges Kalium aus dem Blut zu entfernen. Dialysepatienten sollten ihre Kaliumzufuhr deshalb möglichst einschränken.
Auf Kartoffeln, die reichlich Kalium enthalten, müssen Nierenkranke dennoch nicht verzichten. Shelley Jansky und Paul Bethke von der University of Wisconsin testeten zwei Verfahren, um den Kaliumgehalt von Kartoffeln zu reduzieren. Sie verwendeten geraspelte und gewürfelte Kartoffeln, um eine möglichst große Oberfläche zum Entzug des unerwünschten Mineralstoffes zu erhalten. Das Einweichen in Wasser brachte jedoch keinen Erfolg; der Kaliumgehalt war nach dieser recht aufwändigen Maßnahme, bei der das Wasser mehrmals erneuert werden muss, nahezu unverändert.
Das Kochen hatte dagegen den erhofften Effekt: Bei den Kartoffelwürfeln verringerte sich der Kaliumgehalt um 50 Prozent, bei den Scheiben sogar um 75 Prozent. Die Autoren empfehlen daher, auf das verbreitete und mühsame Einweichen zu verzichten und statt dessen kleine Kartoffelstücke zu kochen, die beispielsweise zu Kartoffelbrei verarbeitet werden können. JG
Quelle: Journal of Food Science (2008); 73: H80-H85
Abstract: http://www3.interscience.wiley.com
(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
Zurück
Letzte Aktualisierung am Montag, 06. Oktober 2008
