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24.06.2002
Verminderte Knochendichte meist schon bei Dialysebeginn

(NAM) Chronische Nierenleiden gehen häufig mit Störungen des Kalzium- und Phosphathaushaltes einher. Bei vielen Patienten wird dadurch der Knochenstoffwechsel beeinträchtigt. Wie slovenische Mediziner zeigen konnten, ist eine Abnahme der Knochendichte in der Regel schon bei Beginn der Dialysebehandlung nachweisbar.

Die Arbeitsgruppe um Professor Balon verwendete ein modernes Verfahren zur Analyse des Knochenaufbaus: die so genannte Densitometrie. Sie gibt genauen Aufschluss über die Dichte der Knochensubstanz. Dabei wird die Abschwächung von Röntgenstrahlung bei der Durchleuchtung des Knochens gemessen. Die Wissenschaftler aus Maribor verglichen die Werte von 50 Patienten, die kurz zuvor eine Dialysebehandlung begonnen hatten, mit denen von 30 gesunden Probanden. Die beiden Gruppen stimmten bezüglich Alter und Geschlechterverteilung gut überein.

Bei den Nierenkranken fanden die Autoren eine deutlich verminderte Knochendichte. Diese war je nach Knochentyp zwischen 10 und 20 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe. Besonders schlecht fielen die Ergebnisse der Densitometrie bei Patienten mit einer Analgetikanephropathie aus – einem Nierenleiden, das durch Schmerzmittel verursacht wird. Auffällig war nach Angaben von Balon auch der Zusammenhang zwischen einem hohen Parathormonspiegel und einer geringen Knochendichte. Parathormon wird bei einem Kalziummangel im Blut, wie er bei Nierenkranken häufig auftritt, vermehrt ausgeschüttet und bewirkt eine Freisetzung von Kalzium und Phospat aus den Knochen. Erhöhte Konzentrationen des Botenstoffs gehen daher meist mit einem gesteigerten Knochenabbau einher.

Die Studie bestätigt die Ergebnisse anderer Forschungsarbeiten. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, Parathormonspiegel und Kalziumstoffwechsel schon vor dem Beginn einer Dialysebehandlung genau zu beobachten und gegebenenfalls zu behandeln, um das Risiko von Knochenbrüchen zu minimieren.

Quelle: Am J Nephrol 2002; 22: 14-17

(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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