Niere.org

Nachrichtenarchiv


08.07.2002
Krankenhausaufenthalt vor Dialysebeginn empfohlen

(NAM) Chronisch Nierenkranke sollten in einer Klinik auf ihre erste Dialysebehandlung vorbereitet werden. Zu diesem Schluss kommen kanadische Wissenschaftler in einer aktuellen Veröffentlichung. Sie wiesen nach, dass eine stationäre Betreuung vor Beginn der regelmäßigen Blutwäsche die Lebensqualität der Betroffenen unter Dialyse steigern kann.

Bereits 1994 empfahlen verschiedene internationale Gesundheitseinrichtungen, Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz rechtzeitig in die Obhut eines multidisziplinären Teams, also einer Arbeitsgruppe von Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen, zu überweisen. Die Krankenhausärzte können gemeinsam besonders erfolgreich zu einer Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und einem reibungslosen Übergang in die Nierenersatztherapie beitragen. Die Vorteile für den Patienten sind in diversen Studien belegt: längere dialysefreie Intervalle, umfassendere Schulungsmöglichkeiten, eine intensivere Einbeziehung des Betroffenen bei der Auswahl der Behandlungsmodalitäten, verbesserte Blutwerte und seltenere Krankenhauseinweisungen.

Christine White von der University of Ottawa untersuchte mit Kollegen, ob ein vorbereitender Klinikaufenthalt auch das subjektive Wohlbefinden während der folgenden Dialysebehandlung verbessert. Zu diesem Zweck verschickte die Ärztin standardisierte Fragebögen an 120 Nierenkranke, die innerhalb der letzten sechs Monate mit der regelmäßigen Blutwäsche begonnen hatten. Patienten ohne stationäre Vorbereitung bewerteten ihre Lebensqualität in vier von acht Kategorien deutlich schlechter. Sie gaben eine geringere körperliche, soziale und emotionale Belastbarkeit sowie einen schlechteren Gesundheitszustand an. Die Ergebnisse der Studie belegen nach Ansicht der Autorin die Notwendigkeit einer sorgfältigen Vorbereitung der Dialysekandidaten. Ob Betroffene in Deutschland ebenfalls von einem Krankenhausaufenthalt profitieren können, lässt sich aus dieser kanadischen Untersuchung aufgrund der unterschiedlichen Gesundheitssysteme allerdings nicht ohne weiteres ableiten.

Quelle: BMC Nephrology 2002, 3:3

(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

Zurück




Letzte Aktualisierung am Montag, 20. November 2006