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07.10.2002
Gebührt der Heim-Hämodialyse ein höherer Stellenwert?

(NAM) Die Heim-Hämodialyse sollte nach Ansicht von Nephrologen der Universität Turin in Zukunft wieder häufiger angewendet werden. Es erscheint aus ihrer Sicht möglich, 10 bis 20 Prozent der Hämodialysepatienten im häuslichen Umfeld sicher und effektiv zu behandeln. Die Wissenschaftler stützen sich auf Beobachtungen, die sie im Rahmen eines 1998 in ihrer Heimatstadt begonnenen Heim-Hämodialyseprogramms gemacht haben.

Der Stellenwert der Heimdialyse ist seit den 70er Jahren stetig gesunken, heute wird nur noch sehr selten zuhause dialysiert. Als Grund für diese Entwicklung gilt unter anderem das steigende Durchschnittsalter der Patienten. Ältere Menschen haben häufiger Begleiterkrankungen, die eine Dialyse verkomplizieren können. Außerdem stehen den Betroffenen mittlerweile mehr spezialisierte Behandlungszentren zur Verfügung. Dabei sind die Erfahrungen mit der Heimdialyse sehr gut. Vor allem ihre Flexibilität hat Vorteile und erlaubt es, die Therapie gezielt auf jeden einzelnen Nierenkranken abzustimmen. Daraus resultieren eine verbesserte Mitarbeit der Patienten und besonders gute Behandlungserfolge; zusätzlich können Kosten eingespart werden. In das Turiner Programm wurden bis heute insgesamt 31 Patienten aufgenommen, darunter auch ältere Betroffene mit diversen Begleiterkrankungen. Alle Teilnehmer müssen ein ausführliches Trainingsprogramm absolvieren und werden während der Blutwäsche von Krankenschwestern betreut. Für jeden Patienten existiert ein individuell abgestimmter Therapieplan. Einige von ihnen werden täglich dialysiert, andere nur dreimal in der Woche. Eine erste Auswertung zeigt, dass die Behandlung sehr wirkungsvoll ist und die medizinischen Zielvorgaben erfüllt. Komplikationen treten nicht häufiger auf als bei der Dialyse in spezialisierten Zentren.

Die italienischen Wissenschaftler halten ihr Projekt für einen Erfolg. Die Heim-Hämodialyse habe ihre Praktikabilität und Sicherheit erneut bewiesen. Sie machen darauf aufmerksam, dass die enge Zusammenarbeit des medizinischen Personals mit motivierten, selbstbestimmten Patienten darüber hinaus gute Möglichkeiten biete, neue Dialyseschemata zu erarbeiten.

Quelle: Nephron 2002; 92: 324-332

(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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