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18.11.2002
Kranke Herzklappen bei Dialysepatienten

(NAM) Wie zwei amerikanische Nierenspezialisten nachweisen konnten, entwickeln Dialysepatienten häufiger Herzklappenfehler als Menschen mit gesunden Nieren. Kevin Abbott aus Washington D. C. und Lawrence Agodoa aus Bethesda war beim Studium der Fachliteratur aufgefallen, dass die Herzklappen dialysepflichtiger Menschen scheinbar öfter und im Schnitt auch 10 bis 20 Jahre früher verkalken als bei anderen Personen. Wie sie außerdem feststellten, müssen Nierenkranke offensichtlich besonders oft an den Herzklappen operiert werden. Das genaue Ausmaß der Gefährdung ließ sich anhand des vorhandenen Materials allerdings nicht abschätzen.

Abbott und Agodoa analysierten daher Daten des United States Renal Data System, in dem 327.993 Krankengeschichten amerikanischer Dialysepatienten registriert sind. Zwischen 1992 und 1997 wurden insgesamt 2.778 von ihnen wegen Herzklappenfehlern im Krankenhaus behandelt. Die Wahrscheinlichkeit für einen dialysepflichtigen Patienten, eine Herzklappenerkrankung zu entwickeln, lag im Jahr 1996 bei 0,6 Prozent. Zum Vergleich: Die Gefährdung der Gesamtbevölkerung betrug nur 0,032 Prozent. Das Risiko stieg mit zunehmendem Alter und war umso höher, je länger eine regelmäßige Blutwäsche bereits durchgeführt wurde. Keine Auswirkungen hatte dagegen die Art der Dialyse - die Ergebnisse unter Bauchfell- beziehungsweise Hämodialyse waren gleich. Bei den betroffenen Patienten wurde gegenüber anderen Dialysepflichtigen eine deutlich erhöhte Sterblichkeit beobachtet.

Die Ursachen für die beschriebenen Zusammenhänge sind noch unklar. Fachleute geben Störungen des Kalziumstoffwechsels, die bei chronisch nierenkranken Patienten häufig auftreten, eine Mitschuld. Obwohl Erkrankungen der Herzklappen auch bei Dialysepatienten insgesamt relativ selten sind, sollten Ärzte nach Ansicht von Abbott und Agodoa über das erhöhte Risiko informiert sein. Dadurch werde es möglich, bei entsprechenden Symptomen schnell die richtige Diagnose zu stellen und eine adäquate Behandlung in die Wege zu leiten. MM

Quelle: Nephron 2002; 92: 43-50

(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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