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25.11.2002
Blutdrucksenkung schützt Nieren von Diabetikern
(NAM) Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist mittlerweile die häufigste Ursache von schweren Nierenfunktionsstörungen. Wie Professor Dietrich Strödter in der „Ärzte Zeitung“ betont, entwickeln 20 bis 30 Prozent aller Diabetiker eine Nierenerkrankung. Unter den Dialysepatienten ist der Anteil von Zuckerkranken entsprechend hoch: Er beträgt aktuell über 50 Prozent. Der Mediziner vom Universitätsklinikum Gießen fordert daher, die Nieren von Zuckerpatienten konsequenter zu schützen.
Als besonders gefährlich hat sich die Kombination von Diabetes mellitus und Bluthochdruck (Hypertonus) erwiesen. Beide Erkrankungen führen unter anderem zu Veränderungen an den kleinen Nierengefäßen. Die Folgen sind ein Blutdruckanstieg innerhalb der Niere, Umbauvorgänge des Gewebes und ein allmählicher Funktionsverlust des Organs. Strödter spricht sich deshalb für eine „strikte Blutdrucksenkung“ bei Diabetikern aus. Dabei stehen dem behandelnden Arzt verschiedene bewährte Medikamente zur Verfügung. „Durch eine konsequente antihypertensive (blutdrucksenkende) Therapie kann die Dialysepflichtigkeit um Jahre, eventuell um ein Jahrzehnt oder mehr herausgeschoben werden“, schreibt der Experte. Diese Ansicht wird durch diverse internationale Studien belegt. Behandlungsziel ist nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Blutdruckwert von 130/85 mmHg. Liegt bereits ein Nierenschaden vor, sind 125/75 mmHg anzustreben.
Neben der medikamentösen Blutdrucksenkung gibt es weitere wichtige Interventionsmöglichkeiten, um zu verhindern, dass eine Nierenerkrankung bei Diabetikern auftritt oder fortschreitet. Strödter erwähnt in diesem Zusammenhang Nikotinabstinenz, Kochsalzreduktion, Gewichtsabnahme und körperliche Aktivitäten. Auch die Behandlung einer häufig gleichzeitig vorhandenen Fettstoffwechselstörung kann zum Schutz der Nieren beitragen. Sinn dieser Maßnahmen sei es, „die Lebensqualität und Prognose zu verbessern und durch die Verzögerung der Dialysepflichtigkeit enorme Kosten zu sparen“, schließt Strödter. AG
Quelle: Ärzte Zeitung vom 15./16. November 2002 (Nr. 207)
(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
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