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06.01.2003
Schwer herzkranke Dialysepatienten profitieren von Operation
(NAM) Wenn dialysepflichtige Patienten zusätzlich zum Nierenleiden eine schwere Herzkrankheit entwickeln, verschlechtert sich ihre Prognose deutlich. Wie wissenschaftliche Studien zeigen, überlebt nur etwa ein Drittel der Betroffenen länger als fünf Jahre. Herzchirurgen von der Universität Köln berichten jetzt im Deutschen Ärzteblatt, dass sich durch eine Herzoperation die Perspektive in vielen Fällen verbessern lässt. Allerdings ist die Gefahr, im Rahmen des Eingriffs zu versterben, größer als bei Patienten mit gesunden Nieren. Als wichtiger Grund hierfür gilt der relativ schlechte Gesundheitszustand vieler Nierenkranker zum Zeitpunkt der Operation.
Dialysepatienten sind häufig auch herzkrank. Nur bei etwa jedem Vierten zeigt sich zu Beginn der regelmäßigen Blutwäsche eine normale Funktion des zentralen Kreislauforgans. In etwa 20 Prozent der Fälle ist es sogar stark geschädigt. Mediziner um Prof. Uwe Mehldorn versuchten nun die Frage zu beantworten, ob für die Betroffenen der Nutzen oder das Risiko einer Herzoperation überwiegt. Das Team begutachtete die Krankengeschichten von 100 Patienten, die sich zwischen 1988 und 2000 am Universitätsklinikum Köln einem solchen Eingriff unterzogen hatten. Bei 50 von ihnen waren Verengungen der Herzkranzgefäße Grund für die Operation gewesen. Diese Verengungen führen oft zum Herzinfarkt. 28 Patienten waren an den Herzklappen und 11 sowohl an Herzkranzgefäßen als auch an Herzklappen operiert worden. Insgesamt verstarben in Zusammenhang mit der Intervention zwölf Prozent der Behandelten. Diese Zahl liegt wesentlich höher als bei anderen Herzkranken. Besonders gefährdet waren Patienten, die länger als 100 Monate dialysepflichtig gewesen waren, und solche im Alter über 70.
Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die langfristigen Überlebenschancen operierter Patienten trotz der Risiken deutlich über der nicht Operierter liegen. Bei einer entsprechend schweren Herzerkrankung halten sie einen Eingriff deshalb für angeraten. Im Vorfeld seien engmaschige Kontrollen nötig, um eine Verschlechterung der Herzfunktion rechtzeitig zu erkennen. Durch frühere Operationen ließe sich die Prognose eventuell weiter verbessern. MM
Quelle: Dtsch Arztebl 2002; 99 (42): 2774-2778
(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
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