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07.04.2003
Überlebensrate von Dialysepatienten in den USA schlechter als in Europa

(NAM) Dialysepatienten in den USA, Europa und Japan werden nicht nur unterschiedlich behandelt, sie weisen auch stark abweichende Überlebensraten auf. Darauf haben Wissenschaftler beim 27. Nephrologischen Seminar für Nieren- und Hochdruckkrankheiten in Heidelberg hingewiesen. Sie berufen sich dabei auf die Ergebnisse einer großen internationalen Studie, die sich mit den verschiedenen Verfahren der Hämodialyse und ihren Resultaten beschäftigt (Dialysis Outcomes and Practice Patterns Study, DOPPS). Insgesamt 9.600 Patienten aus 309 Dialysezentren in Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Spanien, Großbritannien und den USA wurden dafür zwei Jahre lang beobachtet.

Erste Auswertungen haben wesentliche Unterschiede in den beteiligten Ländern gezeigt: Jährlich sterben in den USA 23 Prozent der Dialysepatienten, während es in Europa 16 und in Japan weniger als neun Prozent sind. "Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle", erklärte Professor Jürgen Bommer, Koordinator der Studie für Deutschland. "Die technischen Standards sind in allen Ländern gleich hoch. Dagegen ist die genetische und körperliche Konstitution der Patienten unterschiedlich. So ist zum Beispiel ein niedriges Körpergewicht ein großer Nachteil".

Es zeigte sich, dass neben einer angemessenen Ernährung und günstigen sozialen Lebensumständen auch die psychische Verfassung und die Einstellung der Patienten einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg der Dialysebehandlung haben. Zudem differieren die Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit (Diabetes) der Patienten in den einzelnen Ländern. Das internationale Wissenschaftlerteam von DOPPS befasste sich außerdem mit verschiedenen Behandlungsmethoden. "In Japan, Deutschland und den anderen europäischen Staaten wird meist schon vor Beginn der Dialysebehandlung ein Verbindung zwischen Armarterie und -vene, ein sogenannter arterio-venöser Shunt, angelegt, über den dann die Dialyse begonnen und auf Dauer erfolgen kann" erklärte Bommer. In den USA werden Katheter und Gefäßprothesen bevorzugt, die leichter anzulegen und zu benutzen seien als Shunts, aber ein deutlich höheres Infektionsrisiko und eine kürzere Funktionsdauer aufweisen sollen. AG

Quelle: Pressemeldung der Universität Heidelberg
Nephrology Dialysis Transplantation (2002); 17 [Suppl 11]: 8-12


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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