Niere.org
Nachrichtenarchiv
14.04.2003
Keine bessere Prognose durch höhere Dialysat-Dosis
(NAM) Die regelmäßige Blutwäsche (Hämodialyse) hat sich als effektives und sicheres Verfahren zur Behandlung eines chronischen Nierenversagens bewährt. Sie ist für die meisten Betroffenen überlebenswichtig und beeinflusst den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten maßgeblich. Mediziner bemühen sich ständig um eine Verbesserung des Verfahrens. Neben einer Reduzierung der notwendigen Frequenz, Dialysedauer und körperlichen Belastung der Nierenkranken steht die Optimierung des Therapieerfolgs dabei an erster Stelle. Wie US-amerikanische Wissenschaftler jetzt herausfanden, haben eine Erhöhung der Menge der Spülflüssigkeit (Dialysat) oder des Membranflusses für Patienten, die dreimal wöchentlich dialysiert werden, keinen prognostischen Vorteil.
Die Forscher vom Baylor College of Medicine in Houston, Texas, beobachteten 1.846 Dialysepatienten über einen Zeitraum von durchschnittlich 2,84 Jahren. Die Teilnehmer wurden entweder wie üblich mit einer niedrigen oder mit einer hohen Dosis der Spülflüssigkeit dialysiert. Außerdem setzten die Ärzte um Dr. Garabed Eknoyan bei der Hälfte der Nierenkranken während der Blutwäsche Dialysemembranen ein, die einen höheren Volumenfluss ermöglichten (34 statt 7 ml/min). Tatsächlich hatte die Menge des verwendeten Dialysats Einfluss auf einige Blutparameter. So sank die Harnstoffkonzentration unter der Blutwäsche bei niedriger Dosis um durchschnittlich 66 Prozent, bei hoher Dosis dagegen um 75 Prozent.
Die Überlebensraten fielen in den beiden Gruppen mit intensivierter Dialysebehandlung zwar günstiger aus, der Unterschied war unter statistischen Gesichtspunkten betrachtet jedoch nicht aussagekräftig. Auch bei anderen Kriterien, wie dem Zeitpunkt der ersten stationären Behandlung nach Studienbeginn wegen einer Herzerkrankung oder der Rate der Infektionen, fanden die Autoren unter allen Behandlungsregimen vergleichbare Ergebnisse. Allerdings scheint der Untersuchungszeitraum für eine abschließende Beurteilung relativ kurz. Es ist denkbar, dass sich eventuelle Vorteile einer höheren Dialysat-Dosis oder eines vermehrten Membranflusses erst nach mehreren Jahren deutlicher zeigen. AG
Quelle: N Engl J Med (2002); 347: 2010-2019
(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
Zurück
Letzte Aktualisierung am Montag, 20. November 2006
