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11.08.2003
„Kann man zu oft dialysieren?“

(NAM) Eine zu geringe Dialysedauer kann einen negativen Einfluss auf den Gesundheitszustand chronisch Nierenkranker haben. So ist seit längerem bekannt, dass sich die Sterbewahrscheinlichkeit von Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bei einer nicht ausreichend intensiven Dialysebehandlung deutlich erhöht. Die Deutsche Medizinische Wochenschrift, eine ärztliche Fachpublikation, stellte jetzt allerdings die Frage: „Kann man zu oft dialysieren?“. „Nein!“, lautet die eindeutige Antwort von Dr. Dominiak Alscher vom Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Ein Nachteil für Dialysepatienten kann bei einer Verlängerung der Behandlungsdauer ausgeschlossen werden. Ob eine derartige Maßnahme möglicherweise sogar vorteilhaft ist, scheint jedoch unklar.

Kanadische Forscher konnten nachweisen, dass eine auf bis zu 70 Stunden pro Woche verlängerte Blutwäsche sowohl Blutdruck als auch Stoffwechsel günstig beeinflusste. Zudem zeigten sich positive Veränderungen am Herzen, wenn dessen Funktion bereits eingeschränkt war. Gerade das Herz-Kreislaufsystem ist bei vielen Nierenkranken besonders in Mitleidenschaft gezogen und häufig Ursache schwerer Komplikationen. Demnach sollte die intensivierte Dialyse zu einer Senkung der Sterblichkeit von niereninsuffizienten Patienten beitragen. In einer aktuellen Studie konnte diese Vermutung jedoch nicht bestätigt werden: Eine längere Dialysedauer hatte keinen Überlebensvorteil für die Betroffenen zur Folge. AG

Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift (2003); 128: 457 [Weitere Informationen]

(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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