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06.10.2003
Isolation von Hepatitis C-infizierten Patienten in Dialysezentren notwendig?
(NAM) Dialyse-Patienten leiden in der Regel unter einem geschwächten Immunsystem und müssen daher besonders konsequent vor Infektionen geschützt werden. Während der Blutwäsche besteht eine erhöhte Gefahr der Keimübertragung – aus diesem Grund sollen die Behandlungszentren höchsten hygienischen Ansprüchen genügen. So werden bestimmte Patienten räumlich isoliert und an speziellen Maschinen dialysiert. Italienische Wissenschaftler haben nun untersucht, ob diese Maßnahme bei Nierenkranken, die unter einer Hepatitis-Infektion leiden, tatsächlich notwendig ist.
Für Hepatitis B-Infizierte konnten sie den Sinn einer separaten Behandlung bestätigen. Im Fall einer Hepatitis C-Infektion sei die Isolation des Betroffenen jedoch nicht angemessen, erklärten die Forscher um Nicola Froio. Die Mediziner untersuchten Proben aus drei Dialyseeinrichtungen in Rom auf eine Kontamination mit den Viren. Dabei wurden sie sowohl hinsichtlich des Hepatitis C-Virus als auch des Hepatitis B-Virus in einem von 64 Fällen (1,6%) fündig. Allerdings zogen sie aus ihren Ergebnissen unterschiedliche Schlüsse.
Wegen der meist hohen Viruslast im Patienten und der relativ langen Überlebenszeit außerhalb des Körpers seien besondere Vorsichtsmaßnahmen wie eine räumliche Separation bei Hepatitis B-Infizierten gerechtfertigt. Im Falle einer Hepatitis C-Infektion sprächen die bisher gewonnen Daten gegen die Notwendigkeit solcher Vorkehrungen. "Das Hauptaugenmerk sollte statt dessen eher auf einer strikten Befolgung allgemeiner Verhaltensregeln zum Schutz vor Keimübertragungen in den Behandlungszentren liegen", lautet die Empfehlung der Autoren. AG
Quelle: Am J Kidney Dis (2003); 42 (3): 546-50
[Abstract http://www2.ajkd.org/scripts/om.dll/serve?action=searchDB&searchDBfor=art&artType=abs&id=as027263860300787x&nav=abs]
(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
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