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08.12.2003
Dialysebehandlung bei Hochrisiko-Patienten sinnvoll?

(NAM) Patienten, die sich im Endstadium einer schweren Nierenerkrankung befinden und deren Prognose sehr ungünstig ist, profitieren kaum von einer Dialysebehandlung. Der Einsatz des aufwändigen, belastenden und kostenintensiven Verfahrens sollte in diesen Fällen daher besonders kritisch geprüft werden. Zu diesem Schluss kommen britische Forscher in einer aktuellen Studie. „Eine Behandlung mit unangemessenen oder sinnlosen Therapien stellt für den Patienten keine Hilfe dar und kann ihm sogar schaden – außerdem werden Ressourcen gebunden, die anderen Erkrankten vielleicht nützen könnten“, erklärten die Autoren um Carolyn Smith vom Lister Hospital in Stevenage.

Das Team von Nierenspezialisten hatte 321 Personen mit einem chronischen Nierenversagen untersucht. Für 63 der Studienteilnehmer mit einer schlechten Prognose empfahlen die Mediziner, auf eine Nierentransplantation zu verzichten. Eine Organverpflanzung hätten sie wahrscheinlich nicht überlebt. Statt dessen sollten die Beschwerden der Schwerkranken gezielt behandelt werden. Die Betroffenen waren im Vergleich zu den anderen Patienten älter, häufiger Diabetiker, litten unter diversen Begleiterkrankungen und hatten eine Lebenserwartung von unter einem Jahr. Zehn dieser Probanden entschieden sich nach Rücksprache mit ihren Ärzten für eine regelmäßige Hämodialyse.

Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten hatte die Blutwäsche allerdings keinen positiven Effekt auf die Überlebenszeit der Betroffenen. Sie betrug mit Dialysebehandlung im Durchschnitt 8,3 Monate, ohne sie 6,3 Monate. Dieser Unterschied könnte ohne Weiteres auf zufälligen Häufungen oder statistischen Verfälschungen beruhen. Die Autoren der Studie bewerten den lebensverlängernden Effekt einer Dialysebehandlung bei dieser Hochrisiko-Gruppe daher als sehr beschränkt. AG

Quelle: Nephron Clin Pract (2003); 95 (2): c40-46

[Abstract http://www.ncbi.nlm.nih.gov:80/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=14610329&dopt=Abstract]


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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