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16.02.2004
Nierenkranke fühlen sich mit Peritonealdialyse besser versorgt

(NAM) Nierenkranke, die sich einer regelmäßigen Blutwäsche unterziehen müssen, können mit zwei alternativen Verfahren behandelt werden: der Peritoneal- oder Bauchfelldialyse sowie der verbreiteteren Hämodialyse. Bisher wurden die beiden Methoden hauptsächlich unter den Gesichtspunkten von Effektivität, Praktikabilität und Sicherheit verglichen. Eine aktuelle US-amerikanische Untersuchung legt allerdings den Schluss nahe, dass die Dialyseart auch erhebliche Auswirkungen auf die allgemeine Zufriedenheit mit der Behandlung hat.

„Patienten, die sich einer Peritonealdialyse unterzogen, bewerteten ihre Versorgung um 50 Prozent häufiger mit der Kategorie „exzellent“ als Nierenkranke, die hämodialysiert wurden“, schreibt Studienleiter Haya R. Rubin von der Johns Hopkins University in Baltimore (Maryland). Der Forscher und sein Team werteten für die Untersuchung Fragebögen von 656 Dialysepatienten aus. Alle Teilnehmer waren bei Studienbeginn erst seit kurzem (maximal drei Monate) dialysepflichtig. Die Verteilung der Fragebögen erfolgte über 37 Dialysezentren, die sowohl Peritoneal- als auch Hämodialyseplätze anbieten.

Als „exzellent“ beschrieben ihre Behandlung insgesamt 85 Prozent der Teilnehmer mit Bauchfelldialyse, jedoch nur 56 Prozent der Hämodialyse-Patienten. Weitere Vorteile für die Peritonealdialyse zeigten sich hinsichtlich der Zufriedenheit mit den dargebotenen Informationen, dem zuständigen Nierenfacharzt (Nephrologe), dem Fachpersonal und der Genauigkeit des Dialyseumfangs. Diese Differenzen waren auch nach genauer statistischer Prüfung nicht durch andere Variablen wie Geschlecht, Alter, sozialer Status oder Gesundheitszustand der Patienten sowie Qualitätsunterschiede der teilnehmenden Dialysezentren erklärbar.

„Nephrologen und Hausärzte sollten die Peritonealdialyse häufiger in Betracht ziehen, wenn das Verfahren für einen Patienten geeignet ist“, fordern die Autoren daher. „Insbesondere, da für die Hämodialyse bisher keine klaren Überlebensvorteile nachgewiesen werden konnten.“ AG

Quelle: JAMA (2004); 291: 697-703

[Originalarbeit http://jama.ama-assn.org/cgi/content/full/291/6/697]


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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