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24.05.2004
Typ-2-Diabetes: Regelmäßige Kontrollen lohnen sich

(NAM) Die häufigste Ursache einer Dialysepflichtigkeit ist heute der Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes). Die Stoffwechselstörung führt zu einem schleichenden Funktionsverlust der Nieren und endet nicht selten in einem chronischen Organversagen. Schottische Wissenschaftler haben nun nachgewiesen, dass die Geschwindigkeit dieses Prozesses erheblich beeinflusst werden kann. Durch eine intensive Kontrolle der Therapie lässt sich der Beginn der regelmäßigen Blutwäsche nach ihren Berechnung um bis zu zwanzig Jahre hinauszögern!

N. Joss und seine Kollegen vom Glasgow Royal Infirmary untersuchten 90 Typ-2-Diabetiker mit bereits bestehenden Nierenschäden. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet. Als Behandlungsziele gaben die Mediziner definierte Werte für Blutdruck, HbA1c, tägliche Kochsalz- und Eiweißzufuhr und Cholesterinspiegel vor. 47 Teilnehmer wurden besonders intensiv betreut – wann immer es nötig erschien, konnten sie Kontakt zu einem Mitglied des Projektteams aufnehmen. Dieses bestand jeweils aus einem Ernährungsberater, einer Pflegekraft und einem Arzt. Die anderen 43 Patienten wurden wie üblich durch Hausärzte oder Kliniken überwacht.

Das Resultat nach zwei Jahren war eindeutig und in seiner Klarheit selbst für die Autoren überraschend: In der Intensiv-Gruppe verlangsamte sich der Funktionsverlust der Nieren um fast 70 Prozent, während es in der Standard-Gruppe sogar zu einer leichten Beschleunigung des Nierenschadens kam. Die Ursache dieser Unterschiede war schnell ausgemacht. Blutdruckwerte, Natriumzufuhr und Cholesterinspiegel entwickelten sich unter intensivierter Überwachung deutlich günstiger. Bei Standardtherapie kam es darüber hinaus häufiger zu Krankenhausaufenthalten und schweren Komplikationen (etwa Herzversagen, Verlust von Gliedmaßen). Die Schlussfolgerung der Autoren liegt auf der Hand: Therapie und Behandlungserfolge von Typ-2-Diabetikern sollten intensiver als bisher üblich kontrolliert werden. AG

Quelle: QJM (2004); 97 (4): 219-27

[Abstract http://www.ncbi.nlm.nih.gov]


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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