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16.08.2004
Guter Appetit – gute Prognose

(NAM) Leiden Dialysepatienten unter einem verminderten Appetit, so ist dies ein sehr ungünstiges Zeichen. Darauf weisen US-amerikanische Wissenschaftler in einer aktuellen Veröffentlichung hin. Sie stellten fest, dass sich das Sterberisiko bei chronisch Nierenkranken mit einem Appetitmangel mehr als vervierfachte.

Kamyar Kalantar-Zadeh und seine Kollegen von der University of California befragten 331 Dialysepatienten (Durchschnittsalter 55 Jahre) zu ihrem Appetit. Die Studienteilnehmer konnten dabei zwischen vier Qualitäten wählen: sehr gut, gut, ausreichend oder schlecht. Zusätzlich wurden Informationen zur Lebensqualität erhoben und wichtige Blutparameter bestimmt. Außerdem registrierten die Mediziner über ein Jahr lang alle Krankenhausaufenthalte und Todesfälle der Probanden.

38 Prozent der Befragten berichteten über einen verminderten Appetit (ausreichend oder schlecht). In dieser Gruppe fanden die Forscher eine erniedrigte Lebensqualität, eine verminderte Eiweißaufnahme und eine Zunahme der Entzündungsparameter im Blut. Außerdem ermittelten sie für Dialysepatienten mit Appetitmangel ein deutlich erhöhtes Risiko für Krankenhauseinweisungen. Die Sterbewahrscheinlichkeit lag sogar um das 4,7-fache über dem Wert der Nierenkranken mit gutem oder sehr gutem Appetit!

„Der Appetit könnte einen verlässlichen Eindruck vom klinischen Zustand eines Dialysepatienten geben“, lautet das Fazit der Autoren. Ob eine Verbesserung des Appetits die Prognose der Betroffenen positiv beeinflussen kann, ist allerdings völlig unklar. AG

Quelle: Am J Clin Nutr (2004); 80 (2): 299-307

[Abstract http://www.ajcn.org]

(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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