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08.11.2004
Wird Hepatitis-B-Infektion oft übersehen?
(NAM) Kanadische Wissenschaftler schlagen Alarm: Das Hepatitis-B-Virus könnte unter Dialyse-Patienten vier- bis fünfmal verbreiteter sein als bisher angenommen. Diesen Schluss legen jedenfalls die Ergebnisse einer aktuellen Studie nahe. Demnach wird die Mehrzahl der Virusträger mit den üblichen Testverfahren übersehen. Die Forscher von der University of Manitoba in Winnipeg fordern daher die Verwendung aufwändigerer – und teurerer – Untersuchungsmethoden, um Dialysepatienten besser vor einer Übertragung des Virus zu schützen.
Eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus führt meist nur zu milden Akutsymptomen. Gefürchtet sind jedoch die chronischen Verlaufsformen, in deren Folge es zu einer fortschreitenden Zerstörung der Leber kommen kann. Die Übertragung erfolgt in der Regel auf dem Blutweg, so dass Dialysepatienten als besonders gefährdet gelten. Hepatits-B-Virusträger sollten daher getrennt dialysiert werden.
Allerdings wird die Mehrzahl der Infizierten nicht entdeckt, wie Gerald Minuk und seine Kollegen jetzt berichten. Sie analysierten das Blut von 241 Dialysepatienten mit dem üblichen Testverfahren. Dabei wurde eine Hepatits-B-Infektion bei zwei Teilnehmern (0,9%) diagnostiziert. Mit einer aufwändigen Methode, welche die Virus-DNA direkt nachweist, fanden die Mediziner anschließend noch neun weitere Virusträger (3,8%).
„Die Verbreitung des Hepatitis-B-Virus war unter den Patienten eines städtischen Dialysezentrums etwa vier- bis fünfmal höher, als der Standardtest glauben machte“, betonen die Autoren. Typische demographische oder serologische Merkmale, mit deren Hilfe sich die Virusträger von den nicht-infizierten Teilnehmern unterscheiden ließen, fanden die Forscher nicht. Sie empfehlen daher, alle Dialysepatienten grundsätzlich mit dem DNA-Test auf eine Hepatitis-B-Infektion zu untersuchen. AG
Quelle: Hepatology (2004); 40 (5): 1072-7
[Abstract http://www3.interscience.wiley.com ]
(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
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