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06.12.2004
Behandlung einer Anämie senkt möglicherweise auch Herz-Kreislauf-Risiko

(NAM) Hämodialyse bedeutet Stress - nicht nur für die Psyche der Betroffenen, sondern auch für den Körper. Eine besondere Form davon ist der sogenannte oxidative Stress: Mediziner verstehen darunter die übermäßige Produktion von Stoffwechselprodukten, die sehr reaktionsfreudig sind (beispielsweise freie Sauerstoffradikale). In der Folge kommt es zu ungesteuerten chemischen Prozessen, die innere Organe und Gefäße in Mitleidenschaft ziehen. Die Korrektur einer Blutarmut (Anämie) kann dazu beitragen, den oxidativen Stress von Dialysepatienten zu mindern. Darauf weisen vier Experten in der aktuellen Ausgabe der Pharmazeutische Zeitung hin.

Nierenleiden, oxidativer Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können sich gegenseitig verstärken und so in einen "Teufelskreis" münden, betonen die Autoren. Daher sei es so wichtig, diese Abwärtsspirale zu unterbrechen. Eine bedeutende Rolle kommt dabei den roten Blutkörperchen zu. Sie sind mit besonders vielen Enzymen ausgestattet, welche die schädlichen Stoffwechselprodukte eliminieren können. Mangelt es an roten Blutkörperchen (Erythrozyten), fehlt ein wichtiger Schutzmechanismus gegen den oxidativen Stress und seine negativen Folgen.

Daher empfehlen die vier Wissenschaftler, eine Blutarmut bei Dialysepatienten zu behandeln. "Die Korrektur der renalen Anämie, meist mittels Erythropoetin-Therapie, verbessert effektiv die antioxidativen Schutzsysteme und verringert das Herz-Kreislauf-Risiko bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz", schreiben Privatdozent Werner Siems und seine Kollegen. Hinsichtlich der Wirkung von Vitaminenpräparaten, insbesondere solchen mit Vitamin C und E, sei die Datenlage weniger eindeutig. Ob sie den oxidativen Stress mildern und Herz und Gefäße schonen, ist umstritten, so Siems. AG

Quelle: Pharmazeutische Zeitung Nr. 49 (2. Dezember 2004)

[Weitere Informationen zum "oxidativen Stress" http://de.wikipedia.org]


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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