Niere.org

Nachrichtenarchiv


03.01.2005
Akutes Nierenversagen: Hämodialyse darf unterbrochen werden

(NAM) Patienten mit akutem Nierenversagen haben von einer kontinuierlichen Dialysebehandlung keinen Vorteil. Das fanden US-amerikanische Wissenschaftler heraus. Die Betroffenen überleben demnach genauso lange, wenn die Blutwäsche intermittierend erfolgt, also regelmäßig unterbrochen wird. Auch der weitere Krankheitsverlauf wird von der Art der Hämodialysebehandlung nicht beeinflusst.

"Trotz des weit verbreiteten Einsatzes der kontinuierlichen Nierenersatztherapie bei Patienten mit akutem Nierenversagen in einem kritischen Zustand, gibt es bisher nur wenige Daten, die Vorteile gegenüber der intermittierenden Hämodialyse belegen", schreibt Joshua Augustine von den Case Western University Hospitals in Cleveland (Ohio), USA, in der Dezember-Ausgabe des American Journal of Kidney Diseases. "Dies wäre angesichts der größeren Kosten und des höheren Aufwandes bei der kontinuierlichen Behandlung jedoch von Wichtigkeit", so Augustine.

Die Forscher untersuchten daher 80 Patienten mit akutem Nierenversagen, die nach dem Zufallsprinzip entweder eine kontinuierliche oder intermittierende Blutwäsche erhielten. Hinsichtlich der Überlebensraten und der Erholung der Nierenfunktion gab es keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Auch die Abnahme der Urinausscheidung innerhalb von 72 Stunden war vergleichbar. Der mittlere arterielle Blutdruckwert sank bei den intermittierend dialysierten Patienten zwar ab, dies hatte aber keine Konsequenzen für die Prognose. AG

Quelle: Am J Kidney Dis (2004); 44: 1000-7

[Abstract http://www2.ajkd.org ]


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

Zurück




Letzte Aktualisierung am Montag, 20. November 2006