Niere.org

Nachrichtenarchiv


15.08.2005
Geringeres Sterberisiko unter Hämodialyse als unter Bauchfelldialyse?

(NAM) Die Sterblichkeit unter Hämodialyse ist geringer als unter Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) – jedenfalls ab dem zweiten Jahr der Nierenersatztherapie. Das haben US-amerikanische Forscher in einer Langzeituntersuchung herausgefunden. Ein Experte gibt allerdings zu Bedenken, dass beide Dialysetechniken weiterentwickelt wurden. Ob die Studienergebnisse noch gültig sind, sei daher zweifelhaft.

Das Team um Bernard Jaar von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore beobachtete insgesamt 1041 Patienten, die wegen einer terminalen Niereninsuffizienz eine Dialysebehandlung benötigten. 274 von ihnen begannen eine Bauchfelldialyse, 767 wählten die Blutwäsche per Hämodialyse. Nach sieben Jahren waren 25 Prozent der Patienten, die sich ursprünglich für eine Peritonealdialyse entscheiden hatten, zur Hämodialyse gewechselt, während nur fünf Prozent ihre Behandlung von der Hämodialyse zur Bauchfelldialyse änderten.

Im ersten Jahr der Nierenersatztherapie unterschieden sich die Sterblichkeitsraten in beiden Gruppen statistisch gesehen nicht. Ab dem zweiten Jahr zeigte sich aber, dass das Sterberisiko unter Peritonealdialyse deutlich höher war. In einem Kommentar nennt ein Experte die Resultate dieser Untersuchung zwar beeindruckend, aber nicht endgültig. Er betont, dass sich die Dialysetechniken in den vergangenen Jahren weiter verbessert hätten. Ob die festgestellten Unterschiede zwischen Bauchfell- und Hämodialyse aktuell noch zuträfen, sei unklar. JG

Quelle: Annals of Internal Medicine (2005); 143 (3): 174-83

Link zum Abstract http://www.annals.org


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

Zurück




Letzte Aktualisierung am Montag, 20. November 2006