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10.04.2006
Experten fordern: Bei Nierenerkrankungen früher handeln

(NAM) Umso früher eine Nierenerkrankung diagnostiziert wird, desto besser kann den Betroffenen geholfen werden. Seit Jahren stehen für die orientierende Prüfung der Nierenfunktion einfache, zuverlässige und kosteneffektive Verfahren zur Verfügung. Diese Methoden werden jedoch zu selten genutzt. Darauf haben Experten auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden hingewiesen. „Mit Tests, deren Kosten im Cent-Bereich liegen, könnte bei einem großen Teil der Patienten rechtzeitig eine weiterführende Diagnostik und Behandlung eingeleitet werden“, betonte etwa Professor Jürgen Flöge.

Zwei Verfahren werden routinemäßig eingesetzt, wenn ein Arzt eine Nierenstörung vermutet: Ein Urintest und ein Bluttest. Im Urin wird dabei die Konzentration eines Eiweißes, des Albumins, gemessen. Scheidet der Patient zu viel davon mit dem Harn aus, kann dies ein Hinweis auf einen beginnenden Schaden des Nierengewebes sein. Als Standarduntersuchung gilt die Bestimmung eines Blutparameters, des Kreatinins. Steigt sein Wert an, muss von einer Funktionsstörung der Niere ausgegangen werden. Beide Tests sollten nach Ansicht Flöges öfter zum Einsatz kommen.

Denn der Verlauf vieler Nierenerkrankungen ist durchaus beeinflussbar. So kann das Stadium der Dialysepflicht durch intensive Allgemeinmaßnahmen wie besonders nachhaltige Blutdrucknormalisierung deutlich herausgezögert werden. Wie Professor Roland Schmieder aus Erlangen ausführte, sieht die Realität allerdings anders aus: Viele Patienten würden dem Nieren-Facharzt zu spät vorgestellt. Das habe eine aktuelle Studie mit insgesamt 500 Patienten ergeben. "Dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, das heißt, die Dialyse lässt sich nicht mehr hinauszögern", so Schmieder weiter. JG

Quelle: Diabetes Care (2006); 29: 538-42

Abstract http://care.diabetesjournals.org


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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Letzte Aktualisierung am Montag, 20. November 2006