Niere.org
Nachrichtenarchiv
22.05.2006
Auch Diabetiker mit fortgeschrittenem Nierenschaden sollten auf rotes Fleisch verzichten
(NAM) Wer an einem so genannten Altersdiabetes (Typ-2-Diabetes) leidet, sollte möglichst wenig rotes Fleisch essen. Dazu raten brasilianische Wissenschaftler in einer aktuellen Veröffentlichung. Statt dessen sollten die Betroffenen zu Geflügel greifen. In einer Studie hatte sich gezeigt, dass der Verzicht auf rotes Fleisch einen günstigen Effekt auf die Nierenfunktion haben kann - selbst dann, wenn das Organ bereits vorgeschädigt ist.
Bereits in früheren Untersuchungen war aufgefallen, dass eine Diät ohne rotes Fleisch bei ersten Nierenproblemen (Mikroalbuminurie) im Rahmen einer Zuckerkrankheit von Vorteil ist. Vanessa de Mello und ihre Kollegen von der Universidade Federal do Rio Grande do Sul in Porto Alegre wollten nun herausfinden, ob auch Diabetiker mit einer fortgeschrittenen Nierenstörung von einer entsprechenden Ernährung profitieren.
Die Forscher beobachteten, wie sich die Nierenfunktion bei 17 Typ-2-Diabetikern entwickelte. Die Studienteilnehmer litten an einem merklichen Verlust von Eiweißen mit dem Urin (Makroalbuminurie), was auf eine erhebliche Schädigung des Nierengewebes hinweist. Alle Patienten aßen für jeweils vier Wochen eine Mischdiät, eine Diät mit Geflügel statt rotem Fleisch und eine vegetarische Kost.
Das Ergebnis war eindeutig: Während der Zeiten, in denen die Probanden kein rotes Fleisch zu sich nahmen, sank die Eiweißausscheidung im Urin merklich. Gleichzeitig verbesserten sich die Cholesterin-Werte. Die Autoren vermuten, dass dies die Blutgefäße der Nieren schont und sich die Organfunktion deshalb erholt. Ob der günstige Einfluss eines Verzichts auf rotes Fleisch über einen längeren Zeitraum anhält, ist allerdings unklar. JG
Quelle: Am J Clin Nutr (2006); 83:1032-8
Abstract http://www.ajcn.org
(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)
Zurück
Letzte Aktualisierung am Montag, 20. November 2006
