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29.05.2006
Folsäure schützt Gefäße von Nierenkranken nicht

(NAM) Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz besonders verbreitet und deren häufigste Todesursache. Weltweit suchen Forscher daher nach Möglichkeiten, die Gefäße und das Herz von Nierenkranken vor Schaden zu bewahren. Eine Option ist nun wohl hinfällig: Die Einnahme hoher Dosen des Vitamins Folsäure bietet den Betroffenen keinen Schutz vor Arterienverkalkung und Kreislaufversagen. Das ergab eine australische Studie.

Die Wissenschaftler um Barry McGrath vom Dandenong Hospital der Monash University vermuteten, dass Folsäure einen vorbeugenden Effekt auf degenerative Veränderungen an den Gefäßwänden von Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz haben könnte. Sie untersuchten die Wirkung des Vitamins daher an 315 nierenkranken Probanden, die entweder täglich 15 mg Folsäure oder ein wirkstofffreies Scheinpräparat (Plazebo) erhielten.

Nach einem Beobachtungszeitraum von über drei Jahren stellten die Autoren jedoch keine nennenswerten Unterschiede zwischen beiden Gruppen fest. Die Gefäßwanddicke der Arterien war ebenso vergleichbar wie die Rate an Schlaganfällen, Herzinfarkten und tödlichem Kreislaufversagen. „Bei Patienten mit chronischem Nierenversagen verlangsamt hochdosiert verabreichte Folsäure die Arterienverkalkung nicht und hat auch keinen günstigen Einfluss auf die Häufigkeit von Herz-Kreislauferkrankungen oder die Sterberate“, lautet das Fazit der australischen Forscher. JG

Quelle: J Am Coll Cardiol (2006); 47: 1108-16

Abstract http://content.onlinejacc.org


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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