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21.08.2006
Forscher fordern Ausbau der Heimdialyse

(NAM) Die Heimdialyse ist in vielen Ländern dramatisch unterrepräsentiert. Das ergab ein internationaler Vergleich. Während in Neuseeland immerhin jeder Vierte Dialysepatient zu hause behandelt werden kann, liegt diese Rate in den USA bei 0,4 Prozent, in den meisten europäischen Ländern unter fünf Prozent. „In den meisten Ländern ist ein deutlicher Ausbau der Heimdialyse möglich und notwendig,“ schreiben die Autoren.

Die Heimdialyse gilt unter Experten als die effektivste Behandlungsmethode für Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Obwohl das Verfahren den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst und auch unter ökonomischen Gesichtspunkten Vorteile zeigt, nimmt seine Verbreitung in vielen Ländern sogar wieder ab. Forscher aus Schottland, Australien und den USA analysierten nun, wie sehr sich die Nutzung der Heimdialyse auf ihren drei Kontinenten unterscheidet.

Die Wissenschaftler nutzten dafür nationale und regionale Register aus den Jahren 2001 bis 2003. Sie stellten fest, dass die Unterschiede bei keiner Behandlungsform der chronischen Nierenschwäche so hoch waren wie bei der Heimdialyse. So konnten in Neuseeland 25,2 Prozent der Nierenkranken die Blutwäsche zu hause durchführen, während es diese Option in den USA gerade einmal für 0,4 Prozent der Betroffenen und in Portugal für niemanden gab.

Die Autoren sprechen von dramatischen Differenzen und haben keine Erklärung für die internationalen Unterschiede. Insbesondere konnten sie keine Verbindung zu demographischen Spezifika wie der Bevölkerungsdichte oder dem Verhältnis von Land- zu Stadtbevölkerung finden. Lediglich ein leichter Zusammenhang mit der Peritonealdialyse war zu verzeichnen – um so häufiger dieses Verfahren in einem Land Anwendung fand, desto verbreiteter war dort auch die Heimdialyse. JG

Quelle: Ann Intern Med (2006); 145: 185-96

Abstract http://ndt.oxfordjournals.org


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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Letzte Aktualisierung am Montag, 20. November 2006