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03.01.2008
Tragbare künstliche Niere noch nicht ganz ausgereift

(NAM) Ein miniaturisiertes Dialysegerät, das an einem Hüftgürtel getragen werden kann, zeigte in ersten klinischen Tests nur eine eingeschränkte Nutzbarkeit. In einer Pilotstudie mit acht Patienten traten zwar keine schweren medizinischen Komplikationen auf. Es kam aber zu technischen Problemen. Auch ist die Leistungsfähigkeit der mobilen Dialyse anscheinend begrenzt.

Die tragbare künstliche Niere, die eine kalifornische Firma entwickelt hat, wiegt lediglich fünf Kilo. Alle für die Dialyse notwendigen technischen Vorrichtungen und die Dialysatkanister sind an einem breiten Gürtel befestigt, den der Patient um die Hüfte geschlungen trägt. Angetrieben von 9-Volt-Batterien erfolgt die Dialyse durch eine Spezialmembran. Verbergen lässt sich das Dialysegerät zwar nicht, die Patienten sind aber vollständig mobil, müssen die Dialysezeiten also nicht in einem Ruheraum verbringen.

Acht Patienten des University College London (5 Männer, 3 Frauen) im Durchschnittsalter von 52 Jahren testeten die mobile Blutwäsche. Die Tragezeiten variierten von vier bis acht Stunden, da die Leistungsfähigkeit der miniaturisierten Geräte nach Angabe von Studienleiter Andrew Davenport deutlich geringer als bei einer konventionellen Dialyse ist. Der Test zeigte außerdem, dass Patienten die mobilen Geräte wohl täglich anwenden müssten, um befriedigende Blutwerte zu erhalten. Dagegen ergaben sich keine Bedenken bezüglich der Sicherheit des Verfahrens: Blutdruck und Herzfrequenz der Studienteilnehmer blieben stabil, auch sei es bei keinem Patienten zu Herzrhythmusstörungen gekommen.

Ganz ausgereift scheint die Technik aber noch nicht: Bei zwei Anwendern unterbrachen Gas-Blasen in den Kathetern den Dialysatfluss. Bei zwei weiteren Patienten musste die Dialyse abgebrochen werden, weil sich Blutgerinnsel in den Zugängen gebildet hatten. Bei einem Patienten hatte sich der Katheter vom Dialyse-Port gelöst. Die Autoren geben sich aber zuversichtlich, dass diese technischen Probleme gelöst und demnächst größere Studien begonnen werden können. JG

Quelle: Lancet (2007); 370: 2005-10

Abstract http://www.thelancet.com


(Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin)

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