SERVICE

Wissenswertes

Expertenurteil: Calcimimetika wirken

12.11.2006 (NAM) Die Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus mit Calcimimetika führt zu einer merklichen Verbesserung wichtiger biochemischer Parameter. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der einflussreichen Cochrane Collaboration in einer aktuellen Veröffentlichung. Andere Studien hätten bereits belegt, dass positive Veränderungen des Mineralstoffwechsels – wie sie Calcimimetika bewirken – mit einer geringeren Sterblichkeit, weniger Herz-Kreislauf-Komplikationen und seltenerem Knochenschwund der betroffenen Patienten einhergehen.

Die Cochrane Collaboration, ein internationales Netzwerk von Experten, hat es sich zur Aufgabe gemacht, systematische Übersichtsarbeiten zu erstellen und in einer eigenen Datenbank, der Cochrane Library, zur Verfügung zu stellen. Veröffentlichungen der Cochrane Collaboration gelten als neutrale, ausschließlich der Wissenschaft verpflichtete Arbeiten. Sie sollen Ärzten eine fundierte Grundlage bieten, um sich in kurzer Zeit über den aktuellen Stand der klinischen Forschung informieren zu können. Viele Mediziner nutzen die Übersichtsartikel der Cochrane Library als Maßstab zur Beurteilung von Therapiemethoden und Wirkstoffen. Auch die Leitlinien der verschiedenen Fachgesellschaften orientieren sich häufig an den Empfehlungen der Cochrane Collaboration.

Mitglieder der Cochrane Renal Group in Australien werteten die Ergebnisse von acht wissenschaftlichen Untersuchungen aus, an denen insgesamt 1.429 Patienten mit sekundärem Hyperparathyreoidismus teilgenommen hatten. Obwohl die Expertengruppe die positive Wirkung der Calcimimetika auf Kalzium-, Phosphat- und Parathormonspiegel für gesichert hält, will sie noch weitere Studien abwarten, bevor sie zu einem abschließenden Urteil kommt. (JG) Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin, Berlin

Quelle: Cochrane Database Syst Rev (2006); 4: CD006254

Abstract: http://www.mrw.interscience.wiley.com


Zurück

Blutarmut (renale Anämie)