SERVICE
Wissenswertes
Offizieller "Startschuss" für das AENEAS-Projekt
21.05.2007
Mitte Mai beginnt das größte Langzeit-Dokumentationsprojekt in der Nephrologie, das speziell zur Auswertung wissenschaftlicher Fragestellungen konzipiert wurde. Mit AENEAS ("Anwenderfreundliche Evaluation in der Nephrologie zu Entzündung, Anämie und SHPT") gewinnt die deutsche Nephrologie eine Datenbank, die einen umfassenden Einblick in die gegenwärtige Behandlungssituation der Dialysepatienten gewährt und die es erlaubt, wesentliche Aussagen zum Krankheitsverlauf - auch in der klinischen Langzeitbetrachtung - mit den tatsächlich durchgeführten Therapien abzugleichen. Es handelt sich um eine unabhängige und Dialyseanbieter-übergreifende Datenbank, in der die pseudonymisierten Daten großer Patientenkollektive deutschlandweit gesammelt und durch einen ärztlichen Rat wissenschaftlich ausgewertet werden. AENEAS wurde speziell für die Analyse der Therapiesituation sowie der gravierendsten Begleiterscheinungen der Dialyse entworfen und unterscheidet sich somit in der Zielsetzung deutlich von Benchmarksystemen wie QiN, QuasyNeT oder EuCliD. Bei AENEAS steht die Langzeitdokumentation sowie die rein wissenschaftliche Auswertung der Daten im Vordergrund. Zu den ""Kern- Forschungsbereichen"" der chronischen Niereninsuffizienz (Dialyseverfahren, Entzündung, Anämie und sHPT) wertet je eine Experten-Arbeitsgruppe die AENEAS- Daten hinsichtlich aktueller Fragestellungen und Forschungsansätze aus. Das Ziel ist, auf einer breiten Datenbasis konkrete Aussagen über Therapiegegebenheiten und Krankheitsverlauf der Hämodialysepatienten in Deutschland treffen zu können. Desweiteren können neue Erkenntnisse durch die wissenschaftliche Analyse der Daten generiert und Forschungsansätze validiert werden. Während bisher in Deutschland nur auf Erkenntnisse amerikanischer oder internationaler großer Datenbanken zurückgegriffen werden musste, wird AENEAS nun der deutschen Nephrologie spezifische Einblicke in die Therapiesituation in Deutschland geben können, der bis dato aufgrund der unvollständigen Datenlage nur schwer zu ziehen war. AENEAS ist damit das momentan wohl ambitionierteste, aber auch dringendste Projekt der deutschen Nephrologie. Nach einer einjährigen Pilotphase, in der nur ausgewählte Zentren ihre Patientendaten zur Verfügung stellen konnten, soll nun die AENEAS-Datenbank deutschlandweit unter den Nephrologen bekannt gemacht werden und möglichst flächendeckend zur Anwendung kommen. Die Daten können online-basiert über www.aeneas-dialyse.de eingespielt werden. Der Export einer pseudonymisierten Patientendatei erfolgt über das von vielen Dialysezentren genutzte "ANKo-Tool" , so dass die teilnehmenden Zentren kaum einen Mehraufwand haben. Ein Meilenstein ist, bis Ende des Jahres die Datenbank von momentan 1.889 auf ca. 5.000 Patientendatensätze mit mindestens einjähriger Beobachtungsdauer auszuweiten und somit eine solide Datenbank für die Dokumentation der Therapiesituation in Deutschland und ihre wissenschaftliche Auswertung zu schaffen. Wie auch die DOPPS- oder COSMOS-Studie wird AENEAS von der Firma Amgen durch eine wissenschaftliche, nicht beeinflussende Zuwendung ("unrestricted grant") unterstützt. Die Statements der Experten zum AENEAS-Projekt lesen sie hier: » Prof. Dr. med. Jan Galle, Lüdenscheid Notwendigkeit, Rationale und Funktionsweise » PD. Dr. med. Matthias Girndt, Homburg/ Saar Prognostische Relevanz von Entzündungsparametern » Prof. Dr. Lars Christian Rump, Herne Anämie und sekundärer Hyperparathyreoidismus (sHPT)
